dimanche 4 septembre 2011

Mathematisches Liebesgedicht

Mathematisches Liebesgedicht

Komm, laß uns tanzen in den Banachraum,
wo Punktepaare wohlgeordnet sind,
und Riemannsche Blätter rascheln im Wind.
gefaltet, geheftet, schön wie im Traum.

Ich pfeife auf Bernoullis Fixpunktsatz,
was soll'n mir Hilbert, Euler und Venn,
mit ihren Indizes von eins bis n,
wenn du mich liebst, mein rationaler Schatz!

Fixpunkte träumen von Kontraktionen,
Vektor schmeichelt der schönen Matrize,
Spalten bringt er in siedende Hitze,
heiß und ergodisch glühen die Zonen.

Mordels Vermutung ist kein leerer Wahn,
denn deine Kurven sind mein höchstes Ziel.
Ich zählte der Punkte endlich viel,
und meine Graphen kreuzten ihre Bahn.

Du bist mein maximales Ideal,
der Zustand meiner Liebe ist stabil,
doch deine Kovarianten sind labil,
und unbestimmt wie Eulers Integral.

In deinen Augen glänzt der Eigenwert,
in jedem Seufzer schwingt ein Tensor mit,
du weißt nicht, wie mein Operator litt,
hast du ihm doch Funktionen stets verwehrt.

Den Ring aus Polynomen gab ich dir,
dazu die Markov-Kette mit dem Stein.
All deine Tensorfelder waren mein,
nur dein Quotientenkörper fehlte mir.

Lösch mich nicht, denn was wird von mir bleiben?
Parabeln, deren Brennpunkt niemand weiß,
Abzissen, Mantissen und ein Kreis.
Laserstrahl wird mich zu Staub zerreiben.

Erstarren meine positiven Glieder,
näht man mein topologisch Leichenhemd,
vergiß mich nicht, werd mir nicht teilerfremd,
und sing am Grab mir lineare Lieder.

entnommen aus: Die Reise Eins A oder Trurls Elektrobarde,
in: Der Kyperiade 1. Teil von Stanislav Lem
übersetzt aus dem polnischen von Jens Reuter

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